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Auto (im) Kino

 

 


Das Auto ist fester Bestandteil der Filmkultur und dabei immer mehr als nur Mittel zur Fortbewegung: Es ist Liebesobjekt, Fetisch, Ware, Waffe, Identität, Befreiung.

 

In der Rubrik Autokino befassen wir uns mit diesen unterschiedlichen Facetten des Autos im Kino. Die ausgewählten Filme sind dabei nur erste Beispiele. Die Liste kann und soll immer weitergeführt werden.

Das Auto als Vehikel des Widerstandes

Vanishing Point
Regie: Richard C. Sarafia
USA 1971

99 Minuten

The last American hero to whom speed means freedom of the soul...

Kowalski – Ex-Rennfahrer, Vietnam-Veteran, irgendwann auch mal Polizist. Ein Nachname und ein paar Erinnerungsfetzen – mehr erfahren wir nicht über die Hauptperson in Vanishing Point (Fluchtpunkt San Francisco) von 1971. Kowalski nimmt schnelle Drogen und fährt schnelle Autos. Quer durchs Land und wegen einer blöden Wette immer jenseits des Tempolimits. Der notorische Raser ist schon bald auf der Flucht vor der Polizei. Auf seinem Trip durch die Wüste begegnet der Easy Rider auf vier Rädern Außenseitern und Randgestalten. Der blinde schwarze Radio-Diskjockey Super Soul sieht in Kowalski einen Rebellen der Gegenkultur, nennt ihn den „letzten amerikanischen Helden“ und kommentiert seine Flucht live und voller Pathos als ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse:

And there goes the Challenger, being chased by the blue, blue meanies on wheels. The vicious traffic squad cars are after our lone driver, the last American hero, the electric centaur, the, the demi-god, the super driver of the golden west! Two nasty Nazi cars are close behind the beautiful lone driver. The police numbers are gettin' closer, closer, closer to our soul hero, in his soul mobile, yeah baby! They about to strike. They gonna get him. Smash him. Rape... the last beautiful free soul on this planet.

Später wird Super Soul von einem weißen Mob verprügelt, sein Studio verwüstet.

Unterwegs ist Kowalski in einem weißen 1970er Dodge Challenger R/T. Ein American Muscle Car von Crysler mit V8 Motor. Sehr groß, sehr schnell, übermotorisiert und mit der Ölkrise wenige Jahre später dann auch überflüssig. Noch so ein letzter amerikanischer Held.

„Vanishing Point“ ist geradlinig wie ein Highway, an dessen perspektivischem Ende eben jener Fluchtpunkt liegt. Die Zerrissenheit der USA bildet den Hintergrund für den Kampf eines Einzelnen gegen das Establishment, das keine Abweichung oder zumindest keine (Geschwindigkeits-)Übertretung duldet. Und wie schon bei „Easy Rider“ wartet auch hier am Ende der Tod.

Aber Kowalski ist kein Hippie. Er ist ein Outlaw des Wilden Westens, der mit über 300 Pferdestärken von Denver nach San Francisco unterwegs ist. Gen Westen, wie schon Abertausende vor ihm. Eine mythische Figur direkt aus der Autowerbung. Männlichkeit, Testosteron, Beherrschung der Maschine. Geschwindigkeit, Freiheit. Gleichzeitig ist er eine verlorene Seele in einer fast menschenleeren Wüste. Schwitzend, rastlos. Sein Auto wird zum Flucht- und Kampfmittel. Ein Vehikel des Widerstands. Wobei die Motivation von Kowalski im Dunkeln bleibt. Später in Smokey & The Bandit (Ein ausgekochtes Schlitzohr, USA 1977), The Cannonball Run (Auf dem Highway ist die Hölle los, USA 1981) und den unzähligen Nachfolgern wird das Widerstands-Motiv aufgegriffen und mit (anfangs noch) anarchischem Humor immer mehr verwässert. Bei Vanishing Point ist alles noch tödlicher Ernst. Am Ende rast Kowalski unter den Augen zahlreicher Schaulustiger mit Höchstgeschwindigkeit und einem Lächeln auf dem Gesicht in eine Straßensperre der Polizei.

In der DDR verstand man Vanishing Point wohl als antiamerikanischen oder antikapitalistischen Film. Unter dem Titel Grenzpunkt Null kam er 1975 in die Kinos und hatte angeblich auch dort schnell Kultstatus. Zu später Berühmtheit gelangte der Film durch Quentin Tarantino, der in seinem Grindhouse-Beitrag Deathproof den Dogde Challenger samt Filmreferenzen noch einmal auf die Piste schickte.

Mr Nakatomi
15. Juni 2020

Das Auto als Kumpel

Die Dudu-Filme
Regie: Rudolf Zehetgruber
Deutschland 1971 – 1978

93 Minuten

Und er läuft und er läuft und er läuft. Ich hab einen Freund mit dem komischen Namen Dudu. Dudu heißt Käfer und so sieht mein Freund auch aus...

Mit Dudu („Dudu“ bedeutet in der Sprache Swahili „Insekt“ oder eben „Käfer“) kehrte der Liebling der Deutschen mit brauner und militärischer Vergangenheit Anfang der 1970er Jahre in das Land seiner Entwickler zurück. Der Käfer/Volkswagen hieß nämlich eigentlich mal KdF-Wagen und war ein Projekt der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF). Ein Auto fürs ganze Volk und für 990 Reichsmark. Doch dann musste der Käfer erstmal an die Front:  Im Zweiten Weltkrieg kamen dann Wehrmachtskäfer (!), Kübel- und Schwimmwagen zum Einsatz.

Mittlerweile ideologisch desinfiziert und zur Popkultur-Ikone erhoben trat der VW-Käfer dann Jahrzehnte später an, die Kinoleinwände im Land der Autobauer zu erobern. Dort tummelten sich zu dieser Zeit neben Lümmeln in der ersten Bank vor allem freche Schulmädchen, sexuell befreite Hausfrauen und triebhafte Oberbayern.

Doch genau genommen war das filmische Wunderauto „Made in Germany“ eigentlich nur ein Plagiat von „Herbie" aus dem Disney-Film Ein toller Käfer (USA 1968). Mit einem großen Unterschied: Während es sich bei dem lustigen Gefährt in der Disney-Variante um ein „Wesen“ mit einem Eigenleben und menschlichen Zügen handelte, war Dudu durch und durch das Produkt deutscher Ingenieurskunst. Der gelbe Superwagen mit Duisburger Kennzeichen (DU-DU 926) hatte jede Menge Tricks auf Lager: Dudu konnte fliegen, schwimmen, seitwärts und Mauern hochfahren, reihenweise Ganoven vermöbeln, sprechen und im Notfall auch mit einem gigantischen Aufziehmotor betrieben werden. Künstliche Intelligenz, Bordcomputer, autonomes Fahren und klimafreundlicher Alternativantrieb – alles schon da, alles schon drin. German engineering oder übersetzt: „Dudu macht das schon“.

Zwischen 1971 und 1978 entstanden insgesamt vier Dudu-Filme, alle unter der Regie des Österreichers Rudolf Zehetgruber, der hinter der Kamera und als „Jimmi Bondi“ gleichzeitig hinter Dudus Steuer saß. Und die verbauten Extras und Gadgets wurden natürlich  mit jedem Teil spektakulärer. Nach Ein Käfer geht aufs Ganze (1971), Ein Käfer gibt Vollgas (1972) und Ein Käfer auf Extratour (1973) folgte noch Das verrückteste Auto der Welt (1975). Der fünfte Film Zwei tolle Käfer räumen auf war genau genommen ein Etikettenschwindel, da Dudu hier gar nicht auftauchte. Der kam 1978 in die Kinos. Danach war Schluss. Im Kino und in Wirklichkeit: Im selben Jahr lief im ostfriesischen Emden der letzte in Deutschland produzierte Käfer vom Band. In der Farbe „Dakotabeige“. Lange Zeit  war der Käfer das meistverkaufte Auto der Welt, später wurde er in Mexiko und Brasilien produziert.

Wie Herbie trug auch Dudu zum positiven Image des Käfers bei: das freundliche, verlässlichen Auto aus dem Hause Volkswagen. Auch Autos haben eine Seele und eine Persönlichkeit. Sie sind mehr als nur Fortbewegungsmittel. Sie sind treuer Begleiter auch in den größten Abenteuern und verlässlicher Kumpel in allen Lebenslagen. Die in den Dudu-Filmen vorgelegte Idee eines computergesteuerten Superautos soll übrigens auch Inspirationsquelle für 80er-Jahre Fernsehserie Knight Rider gewesen sein. Und der Transformer Bumblebee (zuletzt in Bumblebee, USA 2018) wählt auch erst mal einen gelben Käfer als Verkleidung, bevor er dann, ganz Patriot, zu einer Corvette wechselt.

Ganze Generationen sind damit aufgewachsen, dass Autos nicht nur Objekte, sondern auch Freunde sind, denen man vertrauen und auf die man sich verlassen kann. Wie Dudu wohl auf den Einbau einer illegalen Abschalteinrichtung reagiert hätte?

Mr Nakatomi
15. Juni 2020

Das Auto als Ware

Blue Collar
Regie: Paul Schrader
USA 1978

113 Minuten

In der Anfangssequenz von Blue Collar (1978) fährt die Kamera die Produktionsstraße in einer Autofabrik entlang. Die Arbeit, die wir hier sehen ist aus heutiger Sicht, gerade mal 42 Jahre später, frappierend physisch und hat mit dem Roboterballett, das wir aus den heutigen Werkhallen kennen, so gut wie nichts mehr zu tun: Die Arbeiter hämmern und schweißen, in der Halle ist es laut und heiß, die Autoteile, die gehievt und gehoben werden müssen, sind schwer, die Abläufe monoton (einer der älteren Arbeiter erwähnt, dass er hier gerade seine 253tausendste Windschutzscheibe einsetzt). Ein Vorarbeiter läuft durch die Reihen, treibt an, kontrolliert, haut hier und da mal einen demütigenden bzw. rassistischen Spruch raus. Viele Schwarze sind unter den Arbeitern, Frauen sieht man kaum. Der lärmige Bluessong Hard Working Man (Captain Beefheart), mit dem die Sequenz unterlegt ist, verstärkt, was wir sehen.


Bei einem der Arbeiter bleibt die Kamera kurz stehen, das Bild friert ein: Dieser Mensch wird es sein, für den wir uns interessieren. Noch zwei weitere Arbeiter nimmt sie bei der Fahrt entlang des Bandes auf diese Weise in den Blick und wir haben unsere drei Hauptprotagonisten zusammen: Zeke (Richard Pryor), schwarz, verheiratet, drei Kindern, Jerry (Harvey Keitel), weiß mit polnischem Background, verheiratet, zwei Kinder, und Smokey, schwarz, von dem wir erfahren, dass er schon mal gesessen hat (Yaphet Kotto). Alle drei können von ihrem Lohn kaum leben und ihre Familien versorgen. Mit der Gewerkschaft sind sie unzufrieden, sie kümmert sich nicht um ihre Belange. Zeke schlägt seinen Kumpels einen kleinen Coup vor: Die drei brechen im Büro des Gewerkschaftsvertreters ein, um Geld aus dem Safe zu klauen. Doch darin ist nicht annähernd die Summe, die darin sein müsste. Aus einem Notizbuch, das sie vor Ort finden, geht hervor, dass die Gewerkschaft das eingezahlte Geld der Arbeiter hinterzieht. Ihr Versuch, die Gewerkschaftsoberen mit dem Notizbuch zu erpressen, geht gründlich schief. Smokey wird bei einem fingierten Betriebsunfall in der Lackiererei grausam ermordet. Zeke bekommt einen Job als Gewerkschaftsvertreter angeboten. Als Jerry ihn dafür kritisiert, dass er sich mit dem Job hat kaufen lassen, trotz seines Wissens um den Mord an ihrem Freund und Kollegen Smokey, erklärt Zeke, dass das nur ein Weißer sagen könne. Er als Schwarzer würde nie eine Chance auf eine solche Karriere bekommen und so könne er doch immerhin Einfluss nehmen. Jerry beschließt, mit dem FBI zusammen zu arbeiten, die die Gewerkschaft schon seit geraumer Zeit wegen der Korruption angreifen will. Bei einer offenbar von Zeke angesetzten Verfolgungsjagd, entgeht Jerry nur knapp einem Unfall. Von den anderen Arbeitern, allen voran von seinem ehemaligen Freund Zeke, wird er als Verräter beschimpft. Smokeys Worte liegen über dem Ende, in denen er postuliert, dass man die Arbeiter untereinander entzweit, damit alles so bleibt wie es ist.


"Blue Collar" spielt in Detroit, Michigan, in einer Region, die mit dem Auto assoziiert ist, wie keine andere. Die Automatisierung des Fordismus ist zur Zeit des Films, Ende der 70er Jahre, schon deutlich fortgeschritten, auch wenn die Arbeit am Band hier körperlich noch sehr hart ist. Zu dieser Zeit befindet sich die Autoindustrie an ihrem Peak, ist aber noch weit entfernt von ihrem Zusammenbruch und dem, was die Region heute trotz aller Bemühungen ist: eine Industrieruine mit verlassenen, verarmten Menschen darin.


Die zentrale Szene des Films ist die, in der Zeke von den Gewerkschaftern einen Posten angeboten bekommt, der ihn zum Schweigen bringen soll. Das Treffen findet vor der Kulisse des Fordturms statt, auf einer Brücke über der Autobahn. Während Zeke mit den beiden Gewerkschaftsleuten spricht, rollen unter ihm, diesmal in der Vertikalen des Bildes, Autos dicht an dicht den Highway entlang: Die Straße als Verlängerung des fordistischen Fließbands, das aus der Fabrik hinaus seine Wirksamkeit, sein Prinzip, entfaltet. Der Arbeiter verkauft seine Arbeitskraft am Band, um sich am Ende des Tages ein Auto zu kaufen, das ihn am nächsten Morgen, Stoßstange an Stoßstange mit den anderen Eignern der Wohlstands-Insignie zur Arbeit bringt. Der Film erzählt von diesem System, davon, wie das Band von allen Parteien am Laufen gehalten wird. Zeke nimmt den Job an. Das Auto ist das Vehikel dieses Systems.

Eva Berlin-Schmidt
6. Juni 2020

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Die Zukunft des Autos

Mad Max 2 – The Road Warrior
Regie: George Miller
Australien 1981

95 Minuten

I'm just here for the gasoline...

Ob Hightech-Zukunft, Dystopie oder Apokalypse, die Frage nach der Zukunft des Autos ist schon immer Bestandteil der Erzählung des Kinos. Für das Actionkino ist das Auto noch elementarer als für andere Genres. Es bewegt und beschützt den Helden, ist sein Transportmittel und seine Waffe. In den Mad Max-Filmen ist es beides.

 

Eine Erzählerstimme zu Beginn von The Road Warrior (Deutscher Titel: Mad Max 2 – Der Vollstrecker) führt mit epischen Worten in die (Vor-)Geschichte und den momentanen Zustand der Welt ein:

When the world was powered by the black fuel... and the desert sprouted great cities of pipe and steel. Gone now... swept away. For reasons long forgotten, two mighty warrior tribes went to war, and touched off a blaze which engulfed them all. Without fuel they were nothing. They'd built a house of straw. The thundering machines sputtered and stopped. Their leaders talked and talked and talked. But nothing could stem the avalanche. Their world crumbled. The cities exploded. A whirlwind of looting, a firestorm of fear. Men began to feed on men. On the roads it was a white line nightmare. Only those mobile enough to scavenge, brutal enough to pillage would survive. The gangs took over the highways, ready to wage war for a tank of juice...

Krieg ums Öl – Weltenbrand – postapokalyptisches Ödland. Städte, Häuser, Fabriken, Autobahnen, Zivilisation – alles kaputt. Darwin regiert. Die wenigen Überlebenden kämpfen, in archaischen Stämmen zusammengeschlossen, ums letzte verbliebene Benzin. Die Filme der Mad Max-Reihe waren stark von der Ölkrise in den 1970er-Jahren beeinflusst. Was passiert mit der Welt, wenn der Hahn zugedreht wird, wenn das schwarze Gold nicht mehr fließt?  Entsprechend ist das fiktive Öl-Kartell „Seven Sisters Company“, dessen Logo in den Filmen auftaucht, ein direkter Hinweis auf einen Zusammenschluss von sieben Ölfirmen in den 1940er bis 1970er Jahren, die ebenfalls „Seven Sisters“ genannt wurden: Gulf Oil, Standard Oil of California (heute: Chevron), Texaco (heute Teil von Chevron), Royal Dutch Shell, Standard Oil of New Jersey (heute Esso/Exxon) und Standard Oil Company of New York (Socony) (heute die Firma Mobil in   ExxonMobil). Mehr zum Thema „Seven Sisters“. Benzin führt in den Untergang und ist in der zerstörten Welt weiterhin das begehrteste Gut. Erst in „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“, der 15 Jahre nach dem zweiten Teil spielt, ist das fossile Zeitalter Geschichte. In der Siedlung Bartertown, der Heimat der „Donnerkuppel“, werden Maschinen mit aus Schweinekot hergestelltem Biomethan betrieben. In der aktuellen Energiewende-Diskussion wird Biomethan wegen der besseren CO2-Bilanz als „grüner Kraftstoff“ vermarktet.

The Road Warrior ist ein irrer Punk-Apokalypse-Western, der – wie auch die anderen Teile der Reihe – deutliche Spuren in der Popkultur hinterlassen hat. Was fasziniert, ist die detailreich inszenierte Welt mit ihren martialisch umgebauten Fahrzeugen, die von skurrilen Figuren gelenkt werden. Allen voran der Bandenführer Lord Humungus, ein eingeölter Bodybuilder mit SM-Klamotten Hockeymaske und diktatorischer Geste, der von seiner Gang ehrfurchtsvoll als „Ayatollah of Rock 'n' Rolla“ genannt wird. Sowas hat Wirkung. kNicht lange, und das italienische Filmkopierwerk der 70er und 80er Jahre lief auf Hochtouren und produzierte kostengünstige, auf Schauwerte („blood & guts“, „tits & ass“) bedachte postapokalyptische Geschichten. Da wurde nach Herzenslust mit Schrottautos durch Kiesgruben geheizt, gemordet und geplündert. Aber auch darüber hinaus findet sich das Szenario aus den Mad Max-Filmen in zahlreichen Filmen und Computerspielen (Fallout) wieder. Und beim Wasteland Weekend (the „World’s Largest Post Apocalyptic Festival“) treffen jedes Jahr Tausende in California City und heizen in Nachbauten der Filmfahrzeuge durch die Wüste. 

Beim Thema Auto-Action setzte Regisseur George Miller mit seinem Film definitiv neue Maßstäbe. Die abschließende Verfolgungsjagd, bei der die ölgeilen, wütenden Horden von Lord Humungus einem von Max gesteuerten Tanklaster nachjagen, ist ein Stunt-Spektakel der Sonderklasse, für das 40 Autos und ein Tanklaster zerstört wurden. Damit beteiligte sich „The Road Warrior“ an der genreimmanenten Überbietungslogik des Actionkinos, wonach Stunts und Schrottmengen stets eine steil ansteigende Kurve zu bilden haben. An dieser Stelle setzte dann 30 Jahre später Mad Max – Fury Road fast nahtlos an. Regisseur George Miller, mittlerweile 70 Jahre alt, produzierte einen knallbunten, lauten und irrsinnigen Ritt auf der Kanonenkugel: Atemlose Action, atemberaubende Stunts, CGI in Kombination mit Stuntwerkskunst. Bei der großen Leinwandkirmes war eine Rohheit zu spüren, war wieder das Kreischen von berstendem Metall zu hören. Und das genau fehlt  den cleanen Auto-Action-Filmen der vergangenen Jahre. Maybe fast, but not furious enough.

Mr Nakatomi
23. Juli 2020